Was ist Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit?

Das Konzept der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) fußt auf einer Langzeituntersuchung der Universität Bielefeld von 2002 bis 2012. Mittlerweile wird der Forschungsansatz in den sogenannten Mitte-Studien die Friedrich-Ebert-Stiftung weiter geführt, zuletzt erschienen ist die „Frage Mitte“. Unter dem Begriff GMF fasst man unterschiedliche Formen der Abwertung von konstruierten Menschengruppen zusammen. Einzelne Facetten sind z. B. Rassismus, Sexismus und die Abwertung von Sinti und Roma.

Ein wesentliches Merkmal von GMF ist, dass die Abwertungen, welche die Ungleichwertigkeit von Gruppen erzeugen, in einem Syndrom verbunden sind. Die Ausprägungen des GMF-Syndroms, hängen zusammen und haben einen gemeinsamen Kern, nämlich die Ideologie der Ungleichwertigkeit. Das bedeutet, dass eine Person, sofern sie Zustimmung zur Abwertung einer bestimmten Gruppe äußert, mit einer signifikant höheren Wahrscheinlichkeit dazu neigt, auch andere schwache Gruppen abzuwerten und zu diskriminieren. Das GMF-Konzept geht aufgrund der erhobenen Daten davon aus, dass das Syndrom kein Phänomen, des Randes des politischen Spektrums ist, sondern ein breites, in weiten Teilen der Bevölkerung geteiltes Meinungsmuster ist.

 


 

Einen weiteren Überblick über das Thema gibt die Dokumentation Rassismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

zur PDF: Rassismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit